Programmpunkt am Mittwoch: Sanfter Tourismus

Oft ist es besser, wenn man quasi von außen auf eine Stadt schaut, weil man dann auch das Besondere besser wahrnimmt. So ist es wahrscheinlich auch mit unserer Stadt Hirschau: Fragt man Freunde, die hier aufgewachsen sind, bekommt man, wenn man nach dem Besonderen fragt, die Antwort, dass das der Monte und die „Hirschauer Stückl“ seien, die aber in Wirklichkeit kaum noch jemand kennt.

Dass Hirschau aber ein Paradies für Bergbau- und Mineralienfreunde ist, von denen es viele in Deutschland gibt, übersieht man ebenso leicht wie den Umstand, dass Hirschau einmal das Zentrum der süddeutschen Steingutherstellung war oder an einem der größten geschlossenen Waldgebiete Nordbayerns liegt; wir haben einen Geolehrpfad zum Thema „Kaolin“, der mit viel Geld gefördert wurde (und den kaum jemand kennt) und liegen an einem der längsten Fernradwanderwege Europas. Wir haben einen Schiclub mit einer langen Tradition und einem modernen Schizentrum. Dies und noch vieles mehr sind Pfunde mit denen wir in Deutschland wuchern könnten. Das machen wir anscheinend nicht oder nur schlecht.

Tourismus braucht auch Übernachtungsmöglichkeiten. Natürlich haben wir den Campingplatz am Monte, natürlich haben wir im Schlosshotel, beim Gasthof Weich („Gschrei“) und beim „Högers“ ein paar Gästezimmer in der Gastronomie und natürlich haben wir auch Anbieter von privaten Ferienwohnungen. Insgesamt wäre das, wenn wir sanften Tourismus wirklich fördern wollten, zu wenig. Wir brauchen mehr private Anbieter, wir brauchen mehr Landwirte, die „Urlaub auf dem Bauernhof“ anbieten. Wir brauchen aber auch eine Stadtrat, der Hemmnisse aus dem Weg räumt, wie die Regelung, z. B. dass mögliche Investoren Stellplätze zur Verfügung stellen, auch wenn dies in unmittelbare Nähe zu den Immobilien nicht möglich ist.

Wir fordern daher, dass eine in Sachen „sanfter Tourismus“ kompetente Person von der Stadt gesucht und verpflichtet wird (Anstellung oder Werkvertrag), die sich konsequenter als bisher darum kümmert, wie der sanfte Tourismus in Hirschau vermarktet wird, und ein Konzept erstellt, wie eine passende Infrastruktur auszusehen hat.

Und wir brauchen mehr Selbstbewusstsein, dass wir etwas zu bieten haben.

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